Challenge Based Learning

Was ist “Challenge-Based Learning”?


"Challenge Based Learning" ist ein engagierter multidisziplinärer Lehr- und Lernansatz, der die Schüler dazu ermutigen soll, die Technologien des 21. Jahrhunderts, die sie täglich einsetzen, auch in der Schule zu gebrauchen, um reale Probleme zu lösen, die ihre Lebenswirklichkeit betreffen.

Respekt - also etwas ganz Neues, vor dem man Angst haben und das mühsam erlernt werden muss und das man besser erst mal ablehnt, derweil das Arbeit bedeuten könnte?

Nein - das Challenge Based Learning greift viel Altbekanntes auf - wie Gruppenarbeit, Recherche, Präsentationen etc. - doch kombiniert es diese Grundelemente, die jeder Lehrer kennt und selbst im Unterricht einsetzt, in einer neuen, zeitgemäßen Form.  Wenn nun die Dinge anders sind, dann besser und für Lehrer und Schüler interessanter.


Mit traditionellen Schulbüchern zu lernen ist genauso interessant, wie Farbe beim Trocknen zuzuschauen. Hier werden lediglich lineare Lösungswege vorgegeben, die die Schüler nachvollziehen. Der Lehrer "führt" die Schüler durch das Thema, gibt also vor wann und genau wie eine Aufgabe zu erledigen ist.

Dadurch, dass alle zur selben Zeit und auf demselben Wege dasselbe tun sollen, ist es unmöglich den verschiedenen in der Klassen / dem Kurs vertretenen Lerntypen gerecht zu werden:  Heteronome Lerntypen mit einem repetitiven Lernprofil erreicht ein solcher Unterricht gar nicht, der Schüler mit einem strategischen Lernprofil - auch als Minimalist bekannt - tut nur das, was ihm gesagt wird und keinen Strich mehr. Aber auch autonomen Lerntypen mit einem integrierten oder pragmatischen Lernprofil wird der traditionelle Unterricht nicht wirklich gerecht. Sie fühlen sich unterfordert und gegängelt und schöpfen so auch ihr Potenzial nicht voll  aus.

Challenge Based Learning geht einen anderen Weg: Hier werden Ziele gegeben, aber keine Lösungswege vorgegeben. Die Schüler sind also gefordert, sich selbst einzubringen und können so am ehesten ihre  kognitiven, kreativen, auditiven Fähigkeiten bei der Lösung eines Problems , einer Aufgabe einbringen.

Ein solcher Unterricht erfordert allerdings eine andere Lehrerrolle als die des traditionellen "Paukers": Statt Inhalte vorzugeben und dann einfach abzufragen, nimmt der Lehrer beim Challenge Based Learning eher die Rolle des Lernbegleiters oder des Coaches ein, der die Lerngruppen bei der Umsetzung ihrer Projekte berät und ihnen Methoden an die Hand gibt, diese Probleme zu lösen, der aber trotzdem immer noch die Bewertung der geleisteten Arbeit nach klar formulierten - von der  Gruppe in Übereinstimmung mit den projektspezifischen Anforderungen und den geltenden Curricula getroffenen - Richtlinien vornimmt. 

Notengebung wird somit transparenter und für die Schüler nachvollziehbarer.

 


Wie funktioniert es? 


"Challenge Based Learning" ist also auf Zusammenarbeit und Kooperation ausgelegt und sollte möglichst in einer "one-to-one"-Umgebung "hands-on" eingesetzt werden; dieses Konzept fordert die Schüler dazu auf, mit ihren Mitschülern, ihren Lehrern und Experten in ihrem Umfeld oder weltweit zusammen zu arbeiten und so tiefere und sehr fundierte Einblicke in die Fächer / Fachbereiche zu erlangen, die gerade behandelt werden. 

Sie sollen sich der Herausforderung eines kompetenz- und handlungsorientierten Lernprozesses stellen, aktiv werden, ihre  Erfahrungen und Lernergebnisse mit anderen teilen und sich an einem weltweiten interdisziplinären Diskurs beteiligen können. 

Folgendes Zitat illustriert dieses sehr gut:
“Young people are not blind to the world’s problems. They are aware that the world economy is in a dangerous and delicate condition, and they have a clear sense of what a collapse would mean — to themselves, their families and friends, and to people across the country and around the globe. They realize that the planet’s temperature is climbing, slowly but perceptibly, and that they may see the effects of that change in their lifetime”

(www.nmc.org/pdf/Challenge-Based-Learning.pdf).

 


Wie kann es umgesetzt werden?


 

Die Ergebnisse der oben beschriebenen Unterrichtsprozesse können mit Hilfe einiger sinnvoller Apps entwickelt, koordiniert und unter den einzelnen Gruppenmitgliedern ausgetauscht werden. Um die Gedanken zu sammeln und zu ordnen ist "SimpleMind" gut geeignet. Diese Freeware erzeugt anspruchsvolle Mind Maps, die die Arbeitsergebnisse der Lerngruppe(n) dokumentieren.

Für spontane Notizen während des Arbeitsprozesses ist "Penultimate" ein Muss, auch hier können die Ergebnisse bequem weitergegeben und geteilt werden.

Last but not least ist bei der Projektarbeit das Zeitmanagement zu beachten, da große Teile der Arbeit am Projekt nicht während der Schulzeit, sondern zu Hause oder an anderen Lernorten stattfindet. Damit ein solches Projekt erfolgreich sein kann, ist ein gutes Zeitmanagement von Nöten. Dabei hilft die App "iStudiez".

Dieter Umlauf