ZUM-Bootcamp 


 Gibt es für die iPads eigentlich Curricula und wie viele interaktive Schulbücher werden denn dafür angeboten? Aha - angesichts der Tatsache, dass das iPad erst seit einigen Jahren in die Schulen Einzug gehalten hat, eine gewichtige Frage.  

 Gab es zwei Jahre nach der Entdeckung Amerikas schon Highways, das Internet und all die Metropolen, die wir heute kennen?
Gut Ding braucht Weile! Gemäß dieses schönen deutschen Sprichworts braucht auch das iPad eine Anlaufphase.
Aber allein mit Bordmitteln allein kann schon ein handlungsorientierter Unterricht gestaltet werden: Internetzugang, Multi-Media-Architektur und ein komplettes Softwarepaket sorgen dafür, dass vieles, was bisher im Unterricht medial erledigt wurde, im Klassenraum besser und leichter erledigt werden kann.

 Doch dabei darf es natürlich nicht belassen werden: Ein echter „Mehrwert“ kann nämlich in den digitalen interaktiven iTunes U Kursen der ZUM (Zentrale für Unterrichtsmedien) gesehen werden. Die ZUM ist ein gemeinnütziger Verein, der seine Inhalte - die übrigens von Lehrern für Lehrer geschrieben werden - kostenlos für jeden unter einer Commons-Lizenz zu Verfügung stellt.

 Solche Kurse sind komplett didaktisiert und mit Links zu geeigneten Materialien versehen, so dass Copyright Verletzungen ausgeschlossen werden. Solche Kurse sind meist das Werk mehrerer Lehrer in verschiedenen Bundesländern. Es ist nämlich möglich, mit mehreren Lehrern dezentral an einem Kurs zu arbeiten, so dass die Inhalte ständig aktualisiert werden können.

 Die ZUM stellt mittlerweile eine beachtliches Angebot an Kursen zur Verfügung. Der erste Satz davon entstand während eines „Boot Camp“ Wochenendes in einem Tagungshotel in Blossin, circa eine Stunde außerhalb von Berlin, das von eringo organisiert und durchgeführt wiurde.
Vom Freitagnachmittag bis zum Sonntag Mittag trafen sich dort unter der Ägide von Jan Ulmer, dem Chef von eringo und Karl Kirst, dem ersten Vorsitzenden des gemeinnützigen Vereins ZUM, eine Reihe von iPad-affinen Lehrern und APDs, um Kurse, die sich bereits auf den privaten iTunes U Accounts befanden, auf der Plattform der ZUM zur Verfügung zu stellen - oder um neue Kurse zu erstellen und direkt bei der ZUM zu veröffentlichen.

Mit nur sieben statt der erwarteten 15 Teilnehmer kamen an diesem Wochenende immerhin 22 Kurs zu Stande.  Eine beachtliche Zahl, wenn man die Kürze der Zeit bedenkt. Die Teilnehmer des “Boot Camps”, die sich vorher noch nicht alle kannten, wuchsen innerhalb kürzester zeit zu einer tollen Gemeinschaft zusammen und machten das Unmögliche möglich: Versehen mit ausreichend Kaffee - der Programmierer- und Lehrerdroge schlechthin - und einer Top-Verpflegung machte das gesamte Team “Überstunden” bis spät in die Nacht und alle waren dann erstaunt, dass trotz der geringen “Mannstärke” das Ziel von 22 Kursen tatsächlich erreicht werden konnte.

Von der idyllischen Lage des Tagungsortes kriegten die Teilnehmer leider wenig mit, lediglich die Kaffee- und Zigarettenpausen an der frischen Luft erlaubten einen Ausblick auf den Blossin-See, der sich von seiner schönsten Seite zeigte.

Um an das anfänglich benutzte Bild anzuknüpfen, könnte man sagen, dass Enthusiasten in allen Ländern dieser Erde gerade im Begriff sind, mit Hilfe des iPads und iTunes U die schulische Terra incognita zu erschließen.  Netzwerke werden eingerichtet und Systeme werden entworfen - und das geschieht mir einer Geschwindigkeit, um die uns die Gründerväter der U.S.A. bestimmt beneiden würden.

Wer nun Lust hat, zu sehen, welche Materialien es bereits gibt, kann ja mal unter dem folgenden Link auf der Seite der ZUM oder im bei iTunes U vorbeischauen …