Zank yu for traweling wiz Deutsche Bahn!


 

FlickR-logo Unter diesem Motto stand der zweite Tag unseres Besuches der Didacta in Stuttgart, der in einer Art Tragi-Komödie enden sollte ...

Zunächst zur Exposition, die, wie für das üblich für das Genre, wenig spannend ist, da sie nur in die Handlung einführt: Nach einem tollen, aber anstrengenden Tag auf der Messe, bei dem wir professionell den Besuchern das Konzept unserer iPad-Klasse vermittelt haben, und auf der Benedikt sogar ein Praktikum bei Apple in Aussicht gestellt kriegt hat, machten wir uns um bereits um 17.30 auf den Weg, da wir erfahren hatten, dass VERDI die Stuttgarter Verkehrsbetriebe an diesem Mittwoch bestreiken würde, damit wir rechtzeitig am Bahnhof in Stuttgart sein würden.  Vorher erhielten wir als Abschiedsgeschenke von den freundlichen Mitarbeitern von Madsack Media eine schwarze Baseballkappe mit gesticktem Apple Logo und einen coolen Becher. So weit so gut ...

Als Beginn der steigenden Handlung kann der Transfer zum Bahnhof Stuttgart angesehen werden, der zunächst  reibungslos verlief, da die Bahn ultrapünktlich fuhr, so dass wir nun viel zu früh ankamen. 

Also beschlossen wir, eine Gourmet-Mahlzeit im Restaurant mit dem goldenen M zu uns zu nehmen. Der kulinarische Hochgenuss wurde nicht einmal durch die dort umherfliegenden Tauben (Kein Witz!!!) und einen sehr redseligen Mitbürger, der scheinbar aber nicht mehr ganz "alleine" war, und lautstark mit sich selbst redete, getrübt.

Im Regionalexpress nach Würzburg dann wurde nicht etwa, wie vielleicht zu erwarten gewesen wäre , der dramatische Knoten geschürzt, sondern ein retardierendes Element eingefügt: Nämlich eine zweieinhalbstündige Bahnfahrt:

Diese vermittelte leider jedoch "Live-Entertainment" pur: Wir teilten nämlich den Waggon mit vier von den Erlebnissen auf der Didacta völlig aufgelösten  Erzieherinnen, die sich bis Würzburg lautstark in fugenhaft in endlosen Wiederholungen und Variationen über das dort Gesehene austauschten. 

Eine willkommener Abwechslung für die Erzieherinnen war dann ein älterer Herr, der die Türe des antiquierten D-Zug-Wagens, nicht aufkriegte und der trotz oder vielleicht auch wegen der Mithilfe der Erzieherinnen, denen es auch mit vereinten Kräften nicht gelang, die Türe zu öffnen, die Fahrt unfreiwillig fortsetzen musste. Der Schaffner, der sofort geholt und auf die Fehlfunktion der Türen aufmerksam gemacht wurde, trat dann aber an der nächsten Station den Beweis an, dass man - sofern man den Stillstand des Zuges abwartet und die richtige Technik beherrscht - die Tür sehr wohl öffnen kann.

Obwohl der Bummelzug pünktlich abgefahren war, brachte er es trotzdem auf einen ca. 5-minütige Verspätung, so dass wir eilends zu Gleis sechs marschierten, wo unser ICE nach Fulda um 21:31 Uhr abfahren sollte. Die Bahnhofsuhr zeigte Punkt halb, als wir vor Ort waren, der Zug stand aber noch nicht am Gleis also - Glück gehabt - alles ist gut.

Fast alles - Lea erblickte nämlich eine lustige Laufschrift auf der Anzeigetafel, deren Bedeutung wir bereits am Montag Abend kennen gelernt hatten: der Zug hatte Verspätung wegen "Personen im Gleisbett" - aber gleich 100 Minuten???

Somit fielen Höhepunkt und Peripetie der Tragi-Komödie auf diesen Moment. Was nun, denn die freundlichen Bahnbediensteten teilten uns mit,dass - vorausgesetzt der Zug käme - wir wahrscheinlich die Möglichkeit hätten, bis Hanau zu fahren und von dort mit einer Regionalbahn nach Fulda fahren könnten. Hierbei lag die Betonung eindeutig auf "wahrscheinlich". 

Also riefen wir schnell unsere Eltern an und teilten ihnen die Verspätung mit. Herr Schlingensiepen, der die Strecke kannte und auch wusste, dass 100 Minuten Verspätung im Jargon der Bahn ein Synonym für "ersatzlose Streichung der Verbindung" ist, bot dann an, uns in Würzbug abzuholen.

Das retardierende Moment bestand dann in der Zeit, die wir im Bahnhof von Würzburg verbrachten, um auf Herrn Schlingensiepen zu warten. Dieser kam dann und leitete den finalen Akt unserer Tragi-Komödie ein: das Denoument.

Glücklich und ziemlich müde liefen wir dann gegen Mitternacht in Fulda ein und ein ereignisreicher Didacta-Besuch, an den wir alle wahrscheinlich noch lange denken werden, ging zu Ende.