Wandertag der Klasse 9c


 

Für Montag, den 26.05.2014 hatte die iPad-Klasse einen Wandertag mit Herrn Umlauf und Frau Oppel, der Mathematiklehrerin der Klasse, geplant.

Hört sich harmlos an, ist es aber nicht: die Jugend von heute hat Ansprüche: Vorschläge wie: “Ausflug nach Frankfurt” oder gar Reizworte wie “Museum” oder “Ausstellung” kommen nicht gut an . Las Vegas, New York, die Bahamas, das sind Ziele, da waren die meisten auch noch nicht!

Doch Schlägt man den Begriff “Wandertag” nach, wird klar, dass es keine Robinson-Tours oder Joyrides geben wird, denn man findet man folgende Defintion: 
“Ein Wandertag im Rahmen der Schule ist dafür da, dass die Schulkinder außerhalb der Schule das gemeinsame soziale Leben erfahren. Ein Wandertag bietet die Möglichkeit, mit der Schulklasse die Natur zu erkunden, wandern oder in den Tierpark zu gehen oder bei schlechtem Wetter ein Museum in der Umgebung zu erkunden.” (http://freizeitlexikon.regiondo.de/).
Uaaaah - langweilig! 
In Kenntnis des Realitätsbegriffs und des Freizeitverhaltens heutiger Schüler wirkt diese Definition etwas antiquiert, worauf der Erlass aber eher wenig Rücksicht nimmt. 

Um einen Kompromiss zwischen Erlasslage und Lebenswirklichkeit herzustellen, plante die Klasse 9c rund um das Element der obligatorischen “Wanderung”, die ja Teil eines solchen Tages sein muss, andere Programmpunkte mit “größerem” Zugewinn für die Gemeinschaft.

Beschlossen wurde dann folgendes: Der bildungspolitische Teil der Veranstaltung sollte durch einen Besuch im fuldaer Planetarium abgedeckt werden, zudem zwei unserer Schüler - nämlich Peter und Fabian -  langjährige Mitglieder der Astro-AG in unserer Sternwarte sind und die Vorführung für unsere Klasse übernehmen konnten.
Daran anschließend sollte der Programmpunkt “Wandern” abgehakt werden - allerdings in homoöpatischer Art und Weise, denn das Wandern ist zwar des Müllers, nicht aber des Schülers Lust. Deswegen entschlossen wir uns diesen Part in Form einer Mini-Wanderung durch die Fuldaaue hin zur Wiesenmühle abzudecken, die Riesen Essens-Portionen zu schülerverträglichen Preisen offeriert. 
Soweit nicht schlecht - das Wetter am Wochenende vor dem Wandertag war frühsommerlich warm - also alles klar!

Eben nicht! An eben diesem Montag meinte es der Wettergott gar nicht gut  mit uns. Sintflutartige Regenschauer drohten bereits die ersten zu durchnässen, die auf dem Weg zum Treffpunkt am ZOB waren. Nachdem die Klasse dann vollzählig angetreten war, ging es dann in einer Regenpause die Bahnhofsstraße hinab ins Planetarium. 
Das Planetarium ist ein kreisrunder Raum in dessen Mitte sich hochkomplizierte Projektoren zur Darstellung des Weltalls angebracht sind und  befindet sich im Keller der alten Universität am Universitätsplatz. 
Die mediale Reise durch den Kosmos konnten wir dann als stereometrische 3D Projektion auf einer kuppelförmigen Projektionsfläche über den kreisrund angeordneten Sitzen bewundern. Die besten Plätze hatte man im inneren Sitzkreis, da ja eine 360 Grad-Projektion zu sehen war. So mussten die Schüler in der letzten Sitzreihe stellenweise ihre Köpfe ganz schön drehen, um auch das zu sehen, was hinter oder direkt über ihnen gezeigt wurde.
Peter und Fabian zeigten uns atemberaubende Bilder der Planeten unseres Sonnensystems , der Milchstraße sowie der Nachbargalaxien und erklärten uns das Werden und Vergehen von Sternen und ganzen Sternensystemen. Zum Ende der Vorführung kriegten die beiden einen tollen Applaus ihrer Klassenkameraden und das Tageslicht hatte uns wieder. 

Draußen angekommen, nieselte es zwar ein wenig, aber wir hatten Schirme dabei und die Wanderung durch die Fuldaaue brachte uns wider Erwarten relativ trocken in die Weisenmühle, wo dann der Punkt “gemeinsames soziales Leben und Erleben” abgedeckt wurde. Dass die Klasse Spaß hatte, merkte man am Lachen, dem quirligen Miteinander und dem sich daraus ergebenden Geräuschpegel. Trotzdem benahmen sich aber alle Schüler innen und Schüler der iPad-Klasse so, dass wir immer wieder gerne in die Wiesenmühle kommen dürfen, und während wir drinnen so den Abschluss des Wandertages feierten, goss es draußen wieder wie aus Kannen.

Pünktlich zum Ende des Wandertages in der Wiesenmühle allerdings klarte es dann aber wieder auf und wir konnten alle trockenen Fußes unseren Heimweg antreten.
Zieht man ein Fazit des Tages, muss man sagen, dass es trotz aller Widrigkeiten des Wetters ein schönes Erlebnis für alle war.