Schüler schulen Schüler



Die Freiherr-vom-Stein-Schule ist medial gesehen sehr gut aufgestellt: Die flächendeckende Ausleuchtung des Schulhauses mit einem leistungsstarken W-LAN wird zügig vorangetrieben, in den meisten Klassenräumen stehen ein Lehrerrechner, Beamer und Lautsprecher zur Verfügung - und auch diese Potenziale werden weiter ausgebaut, doch ist eben Technik nicht alles. 

Eben diese digitalen Medien machen einen Paradigmenwechsel im Lehren und Lernen notwendig; Unterrichtsentwicklung und Schulentwicklung müssen auf dem Weg zr Schule 3.0 nach konstruktivistischen und konnetktivistischen Prinzipien konsequent vorangetrieben werden, will man mit dem Einsatz der mobilen Endgeräte einen didaktischen Mehrwert erzielen.

Unterricht nach dem Motto: " Schlagt mal euer iPad auf Seite 14 auf und macht dort die Aufgeben 3 bis 4" führt sich trotz Technik selbst as absurdum.

Ein erfolgreiches modernes Unterrichten  erfordert eine  „neue Lernkultur“ innerhalb der Schule, in der neue Formen des Lernens angewandt und Schüler/innen wie Lehrer/innen neue Rollen einnehmen. Dazu sind neue Strukturen der Kooperation und Steuerung notwendig. 

hissen-mobiles-lernen-in-der-schuleEinen guten Einblick in diese Thematik bietet das neue eBook von Prof. Dr. Frank Thissen von der Hochschule der Medien in Stuttgart mit dem Titel: "Mobiles Lernen in der Schule", welches die neuesten didaktischen Theoreme vorstellt und diese anhand konkreter Praxisbeispiele die Möglichkeiten des Einsatzes von iPads in der Schule anschaulich darstellt.


Ein wichtiger Aspekt von Schule 3.0 ist die Aktivierung der Schüler: waren sie vorher eigentlich nur reine "Konsumenten" von Inhalten, werden sie durch die digitalen Medien auch zu "Produzenten", sogenannten "Prosumenten". 

Schüler als "digital Natives" können und sollen andere - also Schüler, aber auch Lehrer (!!!) - schulen.

Diese neue Lern- und Arbeitsform verändert die Organisation der Schule im sozialen Bereich und führt zu einer Leistungssteigerung, da man zum einen durch das Lehren und Unterrichten am besten lernt, und da sich zum anderen diese Sozialform vom sonst eher lehrerzentrierten Unterrichtsalltag abhebt und zu verstärktem Interesse am Lernstoff führt.

Schüler gestalten also die jeweiligen Lernprozesse selbst aktiv mit, die Interaktion zwischen ihnen und dem Lehrer, der die Funktion eines Coaches oder Peers hat, wird erhöht, sie sind nicht mehr nur passive Konsumenten von Unterricht.

Gemäß dieser Idee wurde an der Freiherr-vom-Stein-Schule die Idee geboten, dass Schüler der iPad Klassen erst selbst in den Umgang und den methodisch didaktischen Umgang mit dem iPad, aber auch die Beherrschung der Technik geschult werden, und in einem zweiten Schritt als Multiplikatoren für andere Schüler zur Verfügung stehen sollen. 

Die Schülerinnen und Schüler der DTP-AG, die sich größtenteils aus Schülern der iPad-Klassen der FvSS rekrutiert, durchliefen diese Basisschulung und geben nun immer freitags von der 7. bis zur 9. Stunde ihr Wissen an die anderen Schülerinnen und Schüler der Schule weiter.

Aber auch Lehrer haben die Möglichkeit, freitags in E144 zu kommen, um sich technische Ratschläge zu holen, sich in die Social Media oder in kollaboratives Arbeiten in der Cloud einweisen zu lassen oder um sich den technischen Setup bzw. den Workflow in den iPad-Klassenräumen erklären zu lassen.

Dieses Angebot ist rein freiwilliger Natur, wird aber rege genutzt.