Implementierung des Projekts


Es gibt nichts Gutes, außer man tut es ...


"Das jeweils kulturell vorherrschende Medium hängt zusammen mit der Art „ und Weise, wie Wissen produziert, gespeichert und übermittelt wird und hat Auswirkungen auf den Status von Wissen bzw. auf die Definition dessen, was als Wissen angesehen wird, sowie "auf die Strukturen der Kommunikation und Übermittlung" Schwalbe & Meyer (2010, S. 31). 

Das oben stehende Zitat verdeutlichen, dass das einzig Beständige im Leben und in der Bildung der Wandel ist.  Aus eben diesem Grunde bestand schon immer eine äußerst enge Wechselwirkung zwischen den Veränderungen im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereich und der  Entwicklung des Bildungs- und Ausbildungssystems. Der Wandel in Bildung und Lernen sollten diese Realitäten widerspiegeln und ist deswegen eine unverzichtbare Voraussetzung für den Wandel und die  damit verbundenen gesellschaftlichen Modernisierungsprozesse.

Die Bildungslandschaft muss und wird sich mit dem Übergang in die Informationsgesellschaft radikal verändern: Es ist zur Zeit nämlich schon zu beobachten, dass das traditionelle industriegesellschaftlich geprägte Bildungssystem an seine Grenzen stößt, da es den neuen real existierenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Erfordernissen immer weniger gerecht wird (Sesink 1998). 

Mit diesem Paradigmenwechsel sind natürlich weitreichende Änderungen und Umbrüche verbunden, welche durch den stetigen Wissenszuwachs, der mit der Digitalisierung und Vernetzung exponentiell gestiegen ist, bedingt werden, welche sich dann wiederum auch auf die Art der Wissensaneignung und Vermittlung sowie deren Ziele, Inhalte und Methoden von Bildung auswirken werden. 

Die Bildungseinrichtungen werden sich darauf einstellen müssen, dass sie zu permanenten Baustellen werden. ‚Under construction’ wird keine vorübergehende Behinderung des Betriebs mehr anzeigen, sondern die neue Grundverfassung“  (Sesink 2006, S. 72f.). 

Mit dem Wissen um diese Tatsache ist es wichtig, die notwendigen Änderungsprozesse so zu gestalten, dass der ständig notwendige Wandel eher als Chance und Möglichkeit der Verbesserung, nicht als Bedrohung für die "Baustelle" Schule verstanden wird.

Hierbei sind drei Faktoren zu beachten:

  1. Technik ist kein Selbstzweck. Technik in der Schule muss genial einfach und einfach genial sein, man muss intuitiv mit Technik arbeiten, lehren und lernen, ohne über Technik reden zu müssen.
  2. Der notwendige Wandel muss mit Maß und Ziel behutsam vorgenommen werden, hier ist das Prinzip "bottom up" dem Prinzip "top down" vorzuziehen, denn "leading in front of the group" teilt und polarisiert, "leading from within the group" verbindet und eint. ( Huber, S.G. & Büeler, X. [2009]).
  3. Die Erarbeitung eines schulspezifischen Medienbildungskonzeptes.

Ein solches Medienbildungskonzept muss von einer breiten Mehrheit erarbeitet und getragen werden und hat nicht nur die Aufgabe, ein schlüssiges Hard- und Softwarekonzept zu finden und mit dem Schulträger umzusetzen,  sondern sollte vor allem das Ziel haben, auf der Basis der bereits bestehenden medialen Ausrichtung einer Schule pädagogische und didaktische Konzepte zu entwerfen, um so den fachbezogenen und zielgerichteten Einsatz moderner Medientechnik in ihrem Schulprogramm festzuschreiben.

In einem schulspezifischen Medienbildungskonzept sollte genau beschrieben werden, welche IT- und Medienkompetenz den Schülerinnen und Schülern entsprechend ihrer jeweiligen Altersstufe in welchem Unterrichtsfach vermittelt werden soll.

Die bereits bestehenden Unterrichtsmodule können dazu herangezogen werden, da sie bereits eine Vielfalt an medialen Kompetenzen umsezten. Durch eine gezielte Systematisierung, Koordinierung und Ergänzung sollte es nicht schwer fallen im gemeinsamen Diskurs zu einer tragfähigen Lösungen zu gelangen.

Im zweiten Schritt bedeutet eine solche Festaschreibung aber auch, dass angesichts des flächendeckenden Einsatzes von Medien der konkrete Fortbildungsbedarf eines Kollegiums ermittelt werden muss, so dass zielgruppen- und bedarfsgerechte Fortbildungen angeboten werden können. Einse solche Erhebung kann analog oder mittels digitaler Tools wie zum Beispiel der App "Voting Tool" bewerkstelligt werden. 

Ein Medienbildungskonzept sollte in einem ganzheitlichen Ansatz das Lernen mit neuen Medien und die konkrete Anwendung der 21st Centruy Skills an einer Schule umreißen. Eine "Festschreibung" eines solchen Konzeptes scheint angesichts der sich rapide entwicklenden Technik wenig sinnvoll, hier ist der Weg das Ziel.

Allerdings bedeutet das - wenn man es mit dem Medeinbildungskonzept ernst meint - einen radikalen Paradigmenwechseln. Ein "weiter wie bisher"  angereichert mit dem punktuellen Einsatz neuer Medien im Unterricht schafft keine neue Lernkultur. Eine solche kann nur entstehen, wenn die neuen Medien als sinnvolle lernwerkzeuge, die einen klare methodisch didaktischen Merhwert bieten,  im Lehr- und Lernprozess integriert sind. .


Ein Medienbildungskonzept sollte ein integrativer Teil des Schulprogramms sein und folgenden Bereichen Rechnung tragen:

  • dem pädagogisch-didaktischen Konzept
  • der Entwicklung und Fortschreibung eines bedarfsbezogenen Fortbildungskonzeptes
  • den Aufbau und die Weiterentwicklung einer dem Medienkonzept der Schule angemessenen IT-Infrastruktur
  • ein langfristiges technisches Konzept, das zusammen mit der jeweiligen IT-Abteilung entwickelt werden sollte
  • ein mit dem Schulträger abgesprochenes langfristiges Finanzierungskonzept