Reale und virtuelle Lernräume 


 

Am 18.05.2017 fand an der Freiherr-vom-Stein-Schule zum vierten Male der jährliche Medientag  als Kooperationsveranstaltung des Staatlichen Schulamtes Fulda und des Medienzentrums statt. Das Motto des diesjährigen Medienbildungstages lautete: "Lernräume & digitale Medien".

Organisiert wurde das Event von der Leiterin des Medienzentrums, Elisabeth Franc, und Medienfachberater Dieter Umlauf seitens des staatlichen Schulamtes.  Die Begrüßung und die Laudatio hielten Frau Rita Schmidt-Schales, Gymnasialdezernentin des Staatlichen Schulamtes Fulda, und Schulleiter, Dr. Ulf Brüdigam.

Die Keynote der Veranstaltung zum Thema: "Lernwelten" hielt Prof. Dr. Richard Stang von der Hochschule der Medien. Globalisierung und Digitalierung sowie Industrie 4.0 seien lauf Stang gesellschaftliche Realitäten und bestimmten das Leben und die Arbeitswelt der Menschen.

Aus diesem Grunde müsse auch die Schule den veränderten Arbeitsprozessen Rechung tragen, ansonsten könne sie ihre gesellschaftliche Aufgabe nicht erfüllen. Stang, der Leiter des Stuttgarter „Learning Research Centers“, umriss vor den gut 50 Teilnehmern die Problemstellungen, mit denen sich die Schule heute auseinandersetzen muss.
Laut Stang gebe es zwar vielfältige methodisch didaktisch Konzepte zur Gestaltung von Unterricht,  jedoch fände der Unterricht selbst immer noch in Schulräumen statt, die eher Kasernen als Schulen glichen.
Es mangele also an innovativen Konzepten zur Gestaltung von Lernräumen.
Dazu führte Stang aus:„Fast immer bestimmt die Gestaltung des Raums noch darüber, welche Didaktik angemessen erscheint. Dabei sollte es aber genau umgekehrt sein: Lassen wir die Didaktik doch darüber bestimmen, welche Raumkonzepte für das Lernen angebracht sind“.

Um nachhaltig und effektiv unterrichten zu können, fordert der  Medienwissenschaftler eine generelles Umdenken in bezug auf die bauliche Substanz und das Mobiliar, das in Schulen zum Einsatz kommt:  Schüler und Lehrer bräuchten Freiräume, das Mobiliar müsste - der jeweiligen didaktischen und methodischen Passung angemessen - flexibel arrangierbar sein.  Weiterhin sei es wichtig, die entsprechenden Kommunikationsstrukturen beim Lernen zu etablieren, um nach konstruktivistischen und konnektivistischen Prinzipien unterrichten zu können, welche die Selbstständigkeit fördern und den Lernenden, aber auch den Lernenden Freiräume eröffneten.

Den Lernenden sollten in speziell dafür konzipierten "Lernwelten" die Möglichkeit gegeben werden individuell , Phasen des „Chill“ (Entspannung), der „Intensity“ (Verzückung) und  des„Joy“ (Freudentaumel) erleben zu können. Als gelungenes Beispiel für eine solche Lernumgebung stellte Stang die neue Jugendbibliothek in Oslo vor, die von Bühnenbauern umgesetzt  undspeziell auf die Vorlieben der JUgendlichen abgestimmt worden ist.

Nach der Keynote hatten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit,  in zwei aufeinander folgenden Timeslots verschiedene Workshops sowie mehrere Praxisreferate zu besuchen und sich in den Pausen zwischen den Veranstaltungen bei Fingerfood und heißen bzw. kalten Getränken im Gang des E-Traktes untereinander austauschen zu können:

Die Firma REDNET zum Beispiel informierte darüber, wie man an Schulen ein stabiles WLAN einrichtet. Bernd Sippel, APD-Trainer aus Kassel mit Wohnsitz in Thailand,  übte mit den Teilnehmern Praxisbeispiele für den Einsatz des iPads zur Bewegungsanalyse im Unterrichtsfach Sport ein.

Harald Ziegler von der OBCC GmbH aus Fulda stellte eine Cross-Platform-App vor und zeigte eindrucksvoll,  wie die „Zukunft des Lernens mithilfe des „OBCC-Klassenraums“ aussehen kann.
Mario Kuca vom renomierten Lehrmittelanbieter PHYWE demonstriere, dass digitaler naturwissenschaftlicher Unterricht mithilfe der Messinstrumente von „curricuLAB“ den Schülern nicht nur Freude macht sondern auch gleichzeitig ein nachhaltiges Lernen ermöglicht. 

Weitere wichtige Praxistipps vermittelten Oliver Fischer von REDNET („Einrichtung von Tablet-Klassen für Schulträger“), Felix Rudolph-von Niebelschütz („Peer-Education im Rahmen der Medienbildung“), Elisabeth Franc vom Medienzentrum Fulda („Multimedialer Unterricht mit den Medien aus dem Medienzentrum Fulda“) sowie Lisa Hammerl („Echte Differenzierung mit der adaptiven Übungsplattform MIO für Mathe“).

Es bleibt also als Fazit zu hoffen, dass die Impulse, die von den Referenten in den Worshops und den Lectures gegeben worden sind, auch wirklich Einzug in den schulischen Alltag finden werden. Bildung ist die wichtigste Ressource Deutschlands und es geht schließlich darum, den Herausforderungen der Zukunft gerecht werden zu können.